#2 Rechtsschutz versus Legal Tech – Konkurrenz oder Ergänzung?
Shownotes
Früher hieß es: Wer Streit hat, geht zum Anwalt. Heute genügt oft schon ein Klick. Die Rechtswelt befindet sich im Wandel. Immer mehr Menschen nutzen digitale Plattformen, um ihre Rechte bequem online durchzusetzen. Digitale Legal-Tech-Angebote treffen auf klassische Rechtsschutzversicherungen. Doch sind die beiden wirklich Konkurrenten? Oder bieten sie gemeinsam den besten Schutz für Verbraucher?
Darüber spricht Sebastian Koch, Vertriebschef bei der ÖRAG Rechtsschutzversicherungs-AG, in dieser Folge mit Mathias Hütter, Geschäftsführer der Deutschen Rechtsanwalts Service GmbH (D.R.S.). Gemeinsam werfen sie einen Blick hinter die Kulissen und diskutieren unter anderem über diese spannenden Themen: • Welche Vorteile bieten Legal Techs im Alltag? • Wo stoßen digitale Rechtslösungen an ihre Grenzen? • Warum bleiben Anwälte auch in Zukunft unverzichtbar? • Wo entstehen neue Synergien durch Zusammenarbeit?
Jetzt reinhören und erfahren, warum moderne Rechtsschutzlösungen weit mehr können als nur absichern! Viel Spaß beim Hören!
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Dieser Podcast wird präsentiert von: ÖRAG Rechtsschutzversicherungs-AG
Impressum & rechtliche Hinweise: https://www.oerag.de/impressum.html
Transkript anzeigen
00:00:11: Ja, herzlich willkommen bei MEINRECHT to go, deinem Podcast rund ums Thema Recht. Frisch gebrüht zum Mitnehmen, zum Nachdenken und so kompakt, dass er in der Regel genauso lange dauert wie eine gute Tasse Kaffee. Ich bin Sebastian Koch, dein Gastgeber und Vertriebschef der ÖRAG und heute geht es um ein Thema, das viele bewegt. Legal Techs, sind die eigentlich Konkurrenz zum klassischen Rechtsschutz oder eher eine Ergänzung? Das mache ich nicht alleine, da habe ich mir einen hochkarätigen Gast eingeladen. Mathias Hütter, Geschäftsführer der Deutschen Rechtsanwalts Service GmbH. Schön, dass du heute hier bist. Mathias Hütter:
00:00:44: Hi Sebastian, schön, dass ich hier sein darf und vielen, vielen Dank für die Einladung. Sebastian Koch:
00:00:47: Ja, gerne. Stell dich doch gerne mal vor. Mathias Hütter:
00:00:49: Ja, ich bin, wie du richtig gesagt hast, Geschäftsführer bei der D.R.S. Wir sind ein 100% Tochterunternehmen der ÖRAG und beschäftigen uns im Kontext unserer digitalen Plattform MEINRECHT mit allen digitalen Lösungen und schauen quasi in den Markt rein. Was hält denn der Markt an innovativen, ja, juristischen Lösungen für unsere Kunden bereit und versuchen, die dann zu integrieren. Nebenbei bilden wir auch noch die Klammer und bilden die Plattformstrategie ab von meinrecht.de und sorgen eben dafür, dass die Plattform auch zukunftsgerichtet weiterentwickelt wird. Das alles immer in enger Zusammenarbeit mit der ÖRAG und das ist auf jeden Fall ein sehr starkes Team, was sich da gebildet hat, auf das man oder auf die Ergebnisse man auch schon jetzt sehr stolz sein kann. Sebastian Koch:
00:01:30: Ja cool, dann bist du auf jeden Fall der richtige Gast für das Thema. Aber bevor wir einsteigen, apropos frisch gebrüht, ist ja so ein bisschen das Motto vom Podcast to go. Du bist eher Team Kaffee oder Team Tee? Mathias Hütter:
00:01:41: Ich muss dir sagen, ich mag tatsächlich beides, aber einige der Hörer werden jetzt wahrscheinlich sagen, boah, der ist ja old school. Ich mag tatsächlich Filterkaffee ganz gern. Ich habe mir jetzt auch vor kurzem eine Moccamaster gekauft, ich weiß nicht, kennst du die? Sebastian Koch:
00:01:54: Keine Ahnung, nein. Mathias Hütter:
00:01:55: Das ist, ich glaube, eine holländische Marke und die soll Filterkaffee so gut aufbrühen wie handgebrüht. Und ich brauche morgens immer so einen Pott Kaffee, um dann richtig zu starten in den Tag. Deswegen ist das so mein It-Piece, sage ich mal, im Moment. Und ich mag gerne frisch aufgebrühten Filterkaffee und dazu stehe ich auch, ja. Sebastian Koch:
00:02:15: Klingt spannend, trinke ich auch ab und zu ganz gern, aber ich muss ehrlicherweise sagen, den Kaffee aus der Siebträgermaschine bevorzuge ich dann doch. Ja, und mit wem würdest du gerne mal so eine Tasse Kaffee trinken, wenn du könntest? Mathias Hütter:
00:02:26: Wenn ich könnte? Boah, gute Frage. Also mit dir hier beim Podcast natürlich ist es super, eine Tasse Kaffee zu trinken. Wenn ich könnte, würde ich, glaube ich, einmal mit, ganz verrückt, ich würde mit Lady Gaga mal eine Tasse Kaffee trinken. Sebastian Koch:
00:02:42: Da würde ich mich auf jeden Fall anschließen. Ja, aber lass uns mal ins Thema einsteigen. Früher hieß es immer, wer Stress hat, geht zum Anwalt. Heute reicht oft ein Klick. Es gibt Apps, Portale, Chatbots und Legal Techs. Legal Techs sind total auf dem Vormarsch. Aber was ist eigentlich besser? So der schnelle Klick im Internet auf irgendeiner Plattform oder dann doch lieber der klassische Weg zum Rechtsanwalt und eine Absicherung über einen Rechtsschutz? Oder brauchen wir am Ende vielleicht einfach beides? Mathias Hütter:
00:03:11: Also meiner Meinung nach ist das gar kein Entweder-oder, sondern es ist ein Sowohl-als-auch. Weil, was Legal Tech erstmal schafft oder diese Legal-Tech-Lösungen sind ja erstmal Türen zu öffnen. Ja, Rechtsschutz geht dann mit den Kunden quasi den kompletten Weg. Ich glaube, so kann man es ganz gut auf den Punkt bringen. Zunächst mal bieten Legal Techs zwei Ausprägungen. Die eine Ausprägung, auf die wir heute gar nicht so stark eingehen werden, weil sie für das Thema MEINRECHT jetzt nicht so relevant ist, ist, dass natürlich Legal-Tech-Anwendungen auch juristische Workflows, also Arbeitsabläufe, die in Kanzleien standardisiert vielleicht stattfinden, in der Vergangenheit auch einen sehr hohen manuellen Aufwand erfordert haben, dass die einfach automatisiert werden mit neuen Technologien. Automatisierung, künstliche Intelligenz und so weiter. Das ist so diese eine Ausprägung von Legal Tech, während eben dann die andere Ausprägung ist, dass man genau diese Technologien nutzt, um immer wiederkehrende, relativ simple, standardisierte Prozesse, wo Kunden eben rechtliche Probleme haben, zu automatisieren. Und da sind vor vielen Jahren dann einige Unternehmen reingesprungen, haben sich vielleicht auch entwickelt aus Kanzleien heraus, weil Kanzleien erkannt haben, hey, da sind jetzt neue Technologien, die am Markt aufkommen und die sollten wir für uns nutzbar machen, weil natürlich mit einer automatisierten Lösung kannst du viel schneller skalieren und du kriegst viel größere Stückzahlen hin und generiert, als wenn du jetzt jeden Fall wirklich manuell mit einem Anwalt besetzen musst. Das ist der große, große Vorteil von Legal Tech. Sebastian Koch:
00:04:32: Absolut. Gibt sogar eine Alltagsanekdote aus meinem Leben. Mathias Hütter:
00:04:36: Erzähl mal. Sebastian Koch:
00:04:36: Ja, ich hatte Stress mit einer Airline. Also was heißt Stress mit einer Airline? Ich hatte einfach eine Flugverspätung und die war so verspätet, dass ich wirklich gedacht habe, okay, diesmal klage ich meine EU-Fluggastrechte ein. Also klagen in Anführungszeichen. Mathias Hütter:
00:04:50: Was du vorher nie gemacht hast? Sebastian Koch:
00:04:52: Nie. Nie. Aber ich bin dann mal, die haben ja auch ganz gute Prozesse bei den Airlines über Beschwerdeformular und so weiter. Ja, der Prozess ist gut, aber kommt halt nichts bei raus. Also zumindest kam bei mir nichts bei raus. Und wegen so einer Sache wäre ich jetzt nie zum Anwalt. Wäre mir zu doof gewesen, da einen Termin vereinbaren, mit dem Anwalt zu sprechen, die ganzen Dinge durchzusprechen. Aber es gibt Flightright. Ich will jetzt hier keine Werbung für so einen Legal Tech machen. Die machen ja genug Werbung für sich selbst. Aber ich habe es mal getestet und muss sagen, das ist schon ziemlich cool. Du machst da nur ein paar Angaben, gibst an, wann du so grob hättest starten sollen, landen sollen. der rechnet dir sofort aus, was du voraussichtlich an der Erstattung bekommst und die gehen dann den kompletten Weg. Entweder gibt es direkt eine Erstattung, weil die Airline einknickt oder, wie es in meinem Fall dann tatsächlich der Fall war, die klagen dann, dann musst du auch nochmal irgendwie gegenzeichnen, dass die dich quasi, dass du die Ansprüche an die abtrittst und dann läuft es irgendwie smooth durch und irgendwann hast du einfach mal Geld auf dem Konto. Also fand ich ziemlich cool. Wegen so einer Sache wäre ich jetzt wie gesagt nicht zum Anwalt. Ich hätte es wahrscheinlich laufen lassen. Dadurch, dass es die Legal Techs gibt, bin ich aber zu meinem Recht gekommen und habe mein Geld bekommen. Coole Sache. Mathias Hütter:
00:05:59: Auf jeden Fall. Dann direkt eine Gegenfrage an dich. Was war denn der Punkt, der dich am meisten begeistert hat? War es der Prozess? War es das Erlebnis? War es dann doch die Auszahlung des Geldes mit dem Ergebnis? Natürlich, wahrscheinlich. Sebastian Koch:
00:06:10: Ja, was heißt am meisten begeistert? Ich glaube, am meisten begeistert war ich direkt zu Beginn. Ich habe drei, vier Eingaben gemacht und das Ding war eigentlich erledigt. Mathias Hütter:
00:06:17: Und du warst das Problem los. Sebastian Koch:
00:06:20: Absolut. Mathias Hütter:
00:06:20: Also du hattest sowas wie einen Kümmerer. Also du hattest einen Ort, wo du dein Problem einfach loswerden konntest. Du wusstest, es ist gut aufgehoben, weil wenn es bei einer Airline ist, hat die natürlich immer das Interesse daran, irgendwie dir möglichst keine Entschädigung zu zahlen oder die Entschädigungsansprüche eben zu drücken. Aber dadurch hast du eben ja einen neutralen Vermittler, der im Prinzip auf dieser Basis, so wie ja auch Flightright arbeitet, daran gelegen ist, weil die auch selber mitverdienen, dass die eben deinen Fall zum Erfolg bringen, also deinen Anspruch durchsetzen tatsächlich. Mathias Hütter:
00:06:46: Und genau das ist der Punkt, der mich auch an Legal Tech so begeistert, weil Menschen haben heute einen Kümmerer. Das war natürlich oder ist natürlich auch immer noch der Anwalt, gar keine Frage. Nur A hat ein Anwalt Servicezeiten, Sprechzeiten, das heißt du musst dir vielleicht freinehmen extra für so einen Fall und da ist ja die Frage, macht man das wirklich? Also nimmt man sich frei, um wegen einer Flugverspätung irgendwie zu einem Anwalt zu gehen, selbst wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat und dann, ich weiß nicht wie es dir geht, manchmal ist es ja bei Anwälten auch so, du bist ja in einer immer schwächeren Position, also du bist ja quasi dem Anwalt so ein bisschen ausgeliefert, also das soll jetzt gar kein Bashing gegen Anwälte sein, weil Anwälte und Rechtsschutz ist unser Kerngeschäft in der ÖRAG und das wird es auch auf absehbare Zeit bleiben, denn, alles kann Legal Tech, da kommen wir vielleicht später auch nochmal zu, alles wird Legal Tech zumindest auf absehbare Zeit nicht abdecken können. Es gibt immer komplexe Fälle, die nicht so standardisiert sind, da werden Legal Tech Lösungen an ihre Grenzen kommen und genau da braucht es auch den Anwalt und da ist er auch richtig. Aber für dieses Türenöffnen vorne gibt es eben Prozesse, wo Menschen sagen, hey, ich habe hier, wie wir es auch immer nennen bei MEINRECHT, einen couchfähigen Prozess. Finde ich eigentlich einen ganz, ganz guten Begriff dafür. Sebastian Koch:
00:07:53: Total. Mega. Mathias Hütter:
00:07:54: Denn Menschen wollen vielleicht nach Feierabend so eine Flugverspätung dann einfach mal einklagen oder vielleicht genau in der Situation, wo es passiert ist, weil man ist ja emotional aufgeladen in dem Moment. Man sitzt vielleicht am Flughafen, wartet irgendwie auf seinen Flug, bis man ihn dann tatsächlich bekommt. Also wenn dann doch mal doch ein Platz frei ist für den Rückflug. Und genau in dem Moment dann auch seine Anliegen schon erledigen zu können und zwar voll digital, einfach, das bietet ja auch den Menschen ein gewisses Erlebnis. Also man ist das Problem los und man macht eben Recht niederschwellig erfahrbar, was erstmal über einen Anwalt und mit den klassischen Rechtsschutzwegen eher schwieriger ist. Sebastian Koch:
00:08:32: Absolut. Der Begriff couchfähiger Prozess, der blieb auf jeden Fall hängen. Also halten wir mal fest, Legal Techs machen im Prinzip den Zugang zum Recht relativ niederschwellig, einfach für jeden durchführbar. Ja, jetzt sind wir im Podcast für Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner und wir verdienen natürlich unser Geld über den Verkauf von Versicherungen in letzter Konsequenz. Sind die Legal Techs jetzt eher eine Gefahr für uns im Vertrieb oder wie ordnen sich die Legal Techs, wie können wir mit Legal Techs vielleicht sogar im Vertrieb noch erfolgreicher werden? Mathias Hütter:
00:09:06: Also aus meiner Sicht, und das ist ja auch der Weg, den wir schon sehr früh eingeschlagen haben als ÖRAG, bietet uns das enorm viele Chancen, weil man muss ja sehen, da draußen ist eine Entwicklung, die findet statt im Markt. Die findet auch bei anderen Rechtsschutzversicherern statt. Da kann man sich jetzt entziehen und sagen, nein, wir machen weiterhin unser klassisches Kerngeschäft, wir machen weiterhin klassisch Rechtsschutzversicherung. Trotzdem werden ja Kunden wie auch du zum Beispiel, du hast ja Flightright in dem Fall in Anspruch genommen und eben nicht deine Rechtsschutzversicherung. Und an der Stelle, das ist ja eine sehr spannende Erfahrung oder quasi eine sehr spannende Geschichte, die du erzählst, weil du bist ja bewusst nicht den Weg über die Rechtsschutzversicherung gegangen, weil du gesagt hast, das hätte ich gar nicht über einen Anwalt gemacht. Und genau da wird es ja interessant zu sagen, hey, bevor wir diese Kunden vielleicht gar nicht bedienen können oder ihnen vielleicht gar nicht helfen können bei rechtlichen Problemen, dann bieten wir denen doch genau diese Lösungen an, die sie nebenbei voll digital einfach irgendwie in Anspruch nehmen können über unsere Plattform MEINRECHT. Und bei uns ist es ja auch so, dass unsere Kunden natürlich nochmal einen besonderen Vorteil haben, denn die allermeisten Legal Tech-Lösungen quasi, die sind ja auf meinrecht.de schon mit im Tarif integriert heute. Mathias Hütter:
00:10:12: Also es gibt einige, die sind es nicht, aber jetzt ab dem Tarif 27, also dem neuen Tarif, den wir ja gerade konzipieren, da wird es so sein, dass der weit überwiegende Teil tatsächlich auch integriert sein wird in diesem Tarifangebot. Und dann ist es einfach eine super Ergänzung, weil dann sagen wir Legal Tech ist sozusagen der Start, der Türöffner. Wir machen Legal Tech erfahrbar und das natürlich auch für die Vertriebler, weil man kann eben darüber positive Kundenerlebnisse schaffen. Die klassische Rechtsschutzversicherung schließt man ja präventiv ab. Das bedeutet, in weiser Voraussicht, dass hoffentlich nichts passiert, möchte man irgendwie abgesichert sein. Das heißt, eine Rechtsschutzversicherung ist wie eine Art Sicherheitsnetz. Am besten wird sie niemals in Anspruch genommen, aber wenn doch, dann habe ich sie. Bei Legal Techs ist es so, wenn ich dann schon einen ganz konkreten Fall auf dem Tisch habe, ich nehme jetzt ein paar ganz konkrete Beispiele auch von MEINRECHT. Ich habe zum Beispiel einen Arbeitsrechtsfall. Mathias Hütter:
00:11:04: Ich habe ein Arbeitszeugnis bekommen und fühle mich irgendwie schlecht dargestellt von meinem bisherigen Arbeitgeber. Oder ich habe eine Nebenkostenabrechnung und muss irgendwie Aufzugskosten bezahlen, obwohl ich gar keinen Aufzug im Haus habe. Also irgendwelche Posten, die der Vermieter umlegt, auf mich. Wo ich vielleicht sage, da bin ich mir nicht so sicher, ist das wirklich legitim, ist das rechtens, dass ich das jetzt bezahlen soll. Und genau da bieten eben Legal Techs einen guten Einstiegspunkt, um zu sagen, hey, du hast anscheinend ein Problem im Alltag, weil das ist ja auch unsere Philosophie. Wir begleiten Menschen in ihrem Alltag, ihre rechtlichen Probleme zu lösen. Und dann diese Alltagsprobleme, weshalb man eben nicht zum Anwalt geht, die eben dann über diese Legal-Tech-Lösung erstmal anzustoßen und dann zu sagen, hey, entweder kriege ich darüber schon eine fallabschließende Lösung, wie zum Beispiel Flightright, da war ja der komplette Prozess voll digital. Sebastian Koch:
00:11:53: Absolut. Mathias Hütter:
00:11:53: Oder es kann eben auch sein, ich kriege einen Check, also ich kriege quasi Lücken aufgedeckt und diese Lücken müssen ja dann irgendwie geschlossen werden. Und dann kommen wiederum Anwälte ins Spiel, die mir dann wiederum dieses juristische Problem auch lösen können. Sebastian Koch:
00:12:05: Okay, ja, verstanden. Das macht es natürlich vertrieblich auch total spannend, weil wie du schon sagst, Rechtsschutz ist eigentlich so die Worst-Case-Absicherung, in Anführungszeichen. wenn ich dann wirklich einen Anwalt brauche, wenn ich verklagt werde oder whatever. Aber die Legal Techs, und das machen die ja richtig gut, die greifen Alltagssituationen auf. Also Dinge, mit denen jeder Mensch tagtäglich oder öfters im Jahr konfrontiert ist, Mietnebenkostencheck beispielsweise, oder wenn ich mal ein Arbeitszeugnis bekomme, du hast gerade so ein paar Dinge genannt, oder der alltägliche Urlaub, die heilige Zeit der Deutschen, wenn da mal was schief geht. Muss ja nicht immer eine Flugverspätung sein, kann ja auch mal ein katastrophales Hotel sein. Wie man ja hört, kommt sowas durchaus vor, da machen Legal Techs den Menschen das Leben leicht. Und was ihr macht, ist, ihr macht im Prinzip die Kombination aus beiden. Ihr bringt die Legal Techs in den Rechtsschutzvertrag mit ein, also die Dienstleistung der Legal Techs kombiniert mit dem Rechtsschutzvertrag. Mathias Hütter:
00:13:00: Ganz genau. Denn vielleicht nochmal auf den Punkt gebracht, was sind denn so die vielleicht drei Stärken von Legal Techs? Also einmal, wir haben es gerade schon genannt, das ist eine total niedrige Einstiegshürde. Das heißt, man hat da kein kompliziertes Formular, man muss irgendwie keine Angst haben, man muss nicht zu einem Anwalt gehen, keinen Termin machen. Also wir machen es wirklich niedrigschwellig. Das zweite ist meistens auch eine Schnelligkeit. Also bei beispielsweise solchen Fluggastfällen bekomme ich ja relativ schnell und am Anfang auch eine Einschätzung direkt, welchen Erfolg hat denn mein Fall tatsächlich? Also lohnt es sich überhaupt den weiter zu verfolgen oder nicht? Also eine schnelle Erfolgsaussichtenprüfung, auch das bieten Legal Techs und natürlich damit in Kombination den Zugang zum Recht für Menschen, die sonst gar nichts unternommen hätten. Mathias Hütter:
00:13:40: Nichtsdestotrotz haben diese klassischen Legal-Tech-Unternehmen oder eben Kanzleien, die sich dann zu Legal Techs entwickelt haben, eben auch Grenzen. Also wenn es dann zum Beispiel Richtung komplexer Fälle geht oder auch Richtung sehr individueller Rechtsberatung, dann braucht es natürlich wiederum Anwälte. Also ich nehme mal so ein Beispiel Kündigungsschutz. Das ist jetzt kein Thema, was im Moment über Legal Tech gut abgedeckt werden könnte. Das ist dann doch besser, sowas über einen Anwalt zu klären. Auch eine anwaltliche Vertretung, der Beruf des Anwalts ist ja in Deutschland relativ hoch aufgehängt und auch geschützt. Insofern, da grenzt man sich schon noch ab. Da gibt es ja auch das sogenannte RDG, das Rechtsdienstleistungsgesetz. Und da steht eben auch drin, dass Legal Techs keine in Anführungsstrichen echte Rechtsberatung leisten dürfen. Denn es bleiben eben technische, digitale Tools. Es sind keine digitalen Anwälte. Das muss man immer dazu denken. Das sind die Grenzen. Und diese Kombination, um zu deiner Frage zurückzukehren, die können wir eben als Rechtsschutzversicherung super abbilden, weil wir haben den klassischen Rechtsschutzhintergrund. Wir haben ja auch in der D.R.S., du hast es vorhin genannt, das ist ja quasi das Unternehmen, in dem ich auch in der Geschäftsführung mit tätig bin, pflegen wir auch ein Anwaltsnetzwerk, ein europaweites Anwaltsnetz. Mathias Hütter:
00:14:49: Also hier haben wir ja auch Anwälte im Hintergrund. Wir haben Anbieter für Mediation, wir arbeiten mit Zentralkanzleien zusammen. Also all diese Bausteine haben wir ja. Also diese Bausteine gilt es jetzt quasi im nächsten Schritt und das ist noch die Herausforderung, die wir haben, so optimal zusammenzubringen, dass am Ende eben für den Kunden ein Kundenerlebnis rauskommt, wo ich von Anfang bis Ende mein Problem reingeben kann, mich überhaupt nicht darum kümmern muss, wer hat jetzt welche Unterlagen, wo muss ich irgendwie was hinschicken, sondern der Kunde will sein Problem loswerden und wir kümmern uns darum. Das ist unser Versprechen, was wir mit meinrecht.de abgeben. Sebastian Koch:
00:15:22: Super, also beim modernen Rechtsschutzprodukt habe ich richtig verstanden, gibt es kein Entweder-Oder, sondern ich habe eigentlich das Beste aus beiden Welten. Ich kann die Legal Techs nutzen, habe da einen digitalen Einstieg. Ich habe aber auch den klassischen Rechtsschutz, quasi Sicherheit, wenn es wirklich ernst wird. Und zusammengefasst ist das eigentlich eine smarte Kombination, so irgendwie wie beim perfekten Cappuccino. Der Espresso plus Milchschaum, klingt auf jeden Fall gut. Also ich habe verstanden, Legal Techs erleichtern den Zugang zum Recht. Der Rechtsschutz, der bietet die Sicherheit dann, wenn es kompliziert wird. Und Gewinner sind eigentlich die Kunden und die Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner, weil sie mit einem modernen Rechtsschutzprodukt dem Kunden im Prinzip beides anbieten können. Beides in einem vereint, beides, was perfekt zusammenspielt. Mathias Hütter:
00:16:06: Würde ich genauso unterschreiben. Sebastian Koch:
00:16:07: Super, perfekt. Ja, hast du noch eine Abschlussbotschaft für unsere Hörerinnen und Hörer? Mathias Hütter:
00:16:13: Wir erleben gerade ja eine Zeit, wo total viele Umbrüche stattfinden, sowohl im Markt als auch in den einzelnen Unternehmen. Das heißt, wir gucken natürlich auch intern, wie wir uns neu aufstellen, wie wir Themen angehen, wie künstliche Intelligenz, wie wir Bots einsetzen bei uns, diese ganzen Möglichkeiten. Man hat ja das Gefühl, die letzten Jahre hat sich das überschlagen. Also ich weiß nicht, wie es dir geht, aber diese Entwicklung, die wird ja immer schneller. Jetzt wurde vor kurzem GPT-5 gelauncht, das neue Modell von OpenAI. Und auch das bietet ja wiederum total neue Chancen. Also wenn man jetzt mal fünf bis zehn Jahre weiterdenkt, wahrscheinlich hätten wir das auch schon vor fünf bis zehn Jahren gesagt. Sebastian Koch:
00:16:50: Absolut. Mathias Hütter:
00:16:51: Und wenn man dann mal überlegt, wo wir jetzt stehen, vor fünf bis zehn Jahren war künstliche Intelligenz irgendwie ein Randthema, an dem vielleicht so ein paar Menschen geforscht haben. Mittlerweile ist das eben so ein bisschen in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Ganz viele Menschen nutzen es und so ist es eben auch im Legal-Tech Markt. Während das eben vor zehn Jahren oft so ein nice to have kleiner Startup-Markt war, der vielleicht so ein bisschen belächelt wurde und gesagt wurde, ja lass die mal machen, ist das eben heute ein ganz etablierter Markt. Also ich habe auch mal vielleicht so ein paar Zahlen mitgebracht noch zum Schluss, die sind ganz interessant. Vom Legal-Tech-Verband, die bringen nämlich einmal im Jahr den sogenannten Legal-Tech-Monitor raus. Es gibt mittlerweile 300 aktive Anbieter im Markt, also Legal-Tech-Anbieter in Deutschland und dieser Markt, der wächst eben rasant. Denn global wird dieser Markt auf über 30 bis 35 Milliarden tatsächlich geschätzt und der soll in den kommenden Jahren bis 2030 auf ungefähr 60 Milliarden wachsen. Mathias Hütter:
00:17:43: Und allein in Deutschland ist der Umsatz in US-Dollar über eine Milliarde, also 1,1 Milliarden und wird auch weiter steigen. Insofern, das ist ja eine Entwicklung, die ist gar nicht aufzuhalten und wir haben mit meinrecht.de und auch mit diesen Lösungen, weil was wir auf meinrecht.de machen, ist, wir bieten die beste Kombination einerseits aus Kundenportal, indem wir unsere Kunden optimal betreuen und indem sie eben ihre Vertragsangelegenheiten komplett selbstständig lösen können, aber dann eben auch schon erste rechtliche Probleme selbstständig lösen können. Das heißt, wir kommen weg von einer reinen Kundenportaldenke und reichern im Prinzip durch diesen Plattform-Gedanken dieses Kundenportal an, durch Lösungen, mit denen sie unser Produkt tatsächlich erleben können. Und darin steckt eine unglaublich große Chance, die es wahrscheinlich so in den letzten Jahrzehnten gar nicht gab. Und ich finde, diese Chance sollten wir nutzen. Wir merken auch in der ÖRAG, diese Chance wird immer mehr erkannt. Also die allermeisten haben diese Chance schon erkannt. Wir arbeiten intern an Lösungen. Wir arbeiten mit MEINRECHT an bestimmten Lösungen. Und ich lade im Prinzip jeden ein, das wird so meine Abschlussbotschaft, genau an dieser Entwicklung mit teilzunehmen und daran teilzuhaben und auch diese Entwicklung mitzugestalten. Weil ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir uns diesem Markt öffnen, dass wir genau unseren Kunden die allerbesten Lösungen anbieten und da immer up to date sind. Sebastian Koch:
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